Geschichte

Aufmerksamkeit und Aufruhr

Schon als junger Absolvent der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg hat Fred Loimer bei seiner Suche nach neuen Wegen für Aufmerksamkeit gesorgt. Was für ein Aufruhr war das damals, Anfang der 1990er Jahre in Langenlois und Umgebung! Da füllte der freche Junior einer traditionsreichen Langenloiser Winzerfamilie Österreichs Sortenheiligtum, den Grünen Veltliner, in Barriquefässer und freute sich über den herzhaften Holzton. Da redete derselbe Winzer dem hierzulande zu dieser Zeit noch recht exotischen Chardonnay das Wort. Als er 1998 den Betrieb vom Vater übernahm, klebte er auf seine Flaschen Etiketten, die so gar nichts mit der damals gefragten Winzerromantik zu tun hatten. 1990 begann ein kleiner Kreis von Winzern sich regelmäßig über ihre Weinleidenschaft auszutauschen, folglich wurde der Verein „Österreichische Traditionsweingüter“ gegründet. Fred Loimer wirkt nahezu von Beginn an (seit 1992) tatkräftig mit.


Pionier der „Weinarchitektur“

Große Aufregung und viel Gerede auch im Jahr 2000. Da ließ Fred Loimer auf einem 150 Jahre alten, von Hand gegrabenen Lößkeller in Langenlois einen minimalistischen schwarzen Kubus errichten und gab damit dem lieblichen Kellergassen-Ensemble neue Würze. Ein Wegbereiter der viel zitierten Weinarchitektur. Nicht nur für das weltberühmte Loisium, das erst drei Jahre später in Langenlois eröffnet werden sollte.



Näher zur Natur

Bei diesen Entwicklungen scheint es nur logisch, dass Fred Loimer, zum naturnahen Wein kam. Nicht nur weil er als junger Vater den Begriff Nachhaltigkeit im neuen Licht sah, auch weil er letztlich zur Überzeugung kam, dass naturnaher Weinbau nicht nur Böden und Ressourcen schont, sondern auch die Qualität steigert.


Umstellung auf biologisch-dynamische Landwirtschaft

2006 der Beginn der Umstellung im Weingut Loimer. Auf biologisch-dynamische Landwirtschaft. Noch Neuland für viele, aber voller Verheißungen! Nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft des Weines, wie Fred Loimer überzeugt ist. Und nicht nur er, auch die vielen anderen Winzerkollegen, mit denen er 2007 respekt-BIODYN“ gründete, die Gemeinschaft, die Biodynamie konsequent im Weinbau umsetzt und lebt.


Achtung: Weine mit Warnhinweis

Spontan mit natürlicher Hefe vergoren, Wochen, manchmal Monate auf der Maische, geduldig gereift, ohne Eingriffe und Zusätze – Als plötzlich im Jahre 2006 Loimer Weine auftauchen, die ganz anders waren, gab das Irritationen. Vor allem weil man zuvor jahrzehntelang Weine oft mit überbordender Technologie glattgebügelt und ihrer Individualität beraubt hatte. Fred Loimer nahm´s mit Ironie und versah seine „natural wines“ mit dem Label „mit Achtung!“. So könne keiner sagen, man hätte ihn nicht gewarnt …



Vom Kamptal in die Thermenregion

Jemand, der wie Fred Loimer ständig auf der Suche nach Gelegenheiten ist, die er beim Schopf packen kann, der hält natürlich auch die Augen offen nach neuen Aktionsfeldern. So wuchs die Rebfläche des Langenloiser Weinguts Jahr für Jahr. Und als sich im Jahre 2004 die Gelegenheit bot, das traditionsreiche Weingut Schellmann in Gumpoldskirchen zu pachten, griff Loimer zu. Seitdem kommen die Trauben für Loimer Weine nicht nur aus dem Kamptal, sondern auch aus Weingärten rund um Gumpoldskirchen, einem Gebiet, das als „Österreichs Burgund“ bezeichnet wird.